Alsdorfer Stadtmagazin „Und Sonst?!“ – Ausgabe 89 – Mai/Juni 2020

Die eva-Kita Ofden in Corona-Zeiten

EIN BERICHT VON STELLA CASPER

Stella Casper, bringt morgens ihren kleinen Sohn Mio (4) gemeinsam mit ihrem jüngsten Sohn Nevio (2) in den evangelischen Kindergarten nach Ofden. Seit der Coronakrise, die für die Schließung aller Kindergärten verantwortlich ist, steht Mio jeden Morgen auf und fragt, ob endlich alle Menschen
wieder gesund sind, weil er unbedingt wieder in den Kindergarten gehen will. Er vermisst das Spielen und seine Freunde. Auch Stella gehen langsam die Spielideen für zuhause aus.
Über FaceTime konnten die Kinder sich untereinander per Video sehen und ihr neues Spielzeug zeigen. Die Eltern kamen auf die Idee, auch die
Erzieherinnen zu FaceTime einzuladen. Toll, wie sich die Kinder freuten, ihre Erzieherinnen zu sehen. Sowohl für die Kinder als auch für die Erzieherinnen der Kitas ist es wichtig und eine tolle Erfahrung, den Kontakt wenn auch nur digital, aufrecht erhalten zu können.

Dazu Stella Casper: »Die Kinder wollten alle auf einmal erzählen, was sie Tolles erlebt hatten und auch den Erzieherinnen merkte man deutlich an,
wie nah ihnen dies ging. Da die Erzieherinnen trotz der Krise jeden Tag zur Einrichtung müssen, fiel mir eine Idee ein: Ich schrieb in unsere Kindergarten WhatsApp Gruppe, ob die Kinder vielleicht Lust hätten, Steine zu bemalen oder Bilder, um diese dann vor der Kita aufzuhängen oder hinzulegen.
Damit wollten wir den Erzieherinnen zeigen, dass die Kinder trotz der Krise den Kindergarten vermissen und wir möchten ihnen danken, dass sie weiterhin die Stellung halten.
Daraufhin legte jeden Tag ein Kind einen Stein oder ein Bild vor dem Kindergarten ab. Die Erzieherinnen waren total gerührt. Als wir bemerkt haben,
wie wichtig unseren Kindern der Kontakt zu ihren Erzieherinnen ist und wie sehr sie sie vermissen, haben wir uns weiterhin dazu entschlossen, in
Absprache mit unseren Erzieherinnen eine WhatsApp Gruppe zu gründen. In dieser Gruppe können sich Kids und Erzieher regelmäßig mit Videos
und Sprachnachrichten austauschen.

Es ist wunderschön zu sehen, wie viel Mühe sich auch hier die Erzieherinnen geben und unsere Kids regelmäßig mit Videos und Liedern aus
der alltäglichen Kindergartenzeit versorgen. Wir Eltern und auch die Kinder hoffen, dass die Kontaktsperre und der Virus bald ein Ende
finden und alles wieder gut wird. Wir hoffen, ihr bleibt alle gesund.«

Durch die Aktion kamen auch die Erzieherinnen auf eine kreative Alternative, wie sie mit den Kindern in Kontakt bleiben können: In WhatsApp-Gruppen schicken sie jeden Tag Tipps, Tricks, Lieder oder Spiele an die Eltern, die ganz einfach zu Hause nachzumachen sind. „Am ersten Tag bekamen wir Tipps, wie im Kindergarten der Morgenkreis gemacht wird. So konnten wir das dann auch zu Hause machen. Dann bekommen wir super Spielanleitungen, die die Erzieherinnen abfilmen oder Lieder, die sie aufnehmen.“ Die Kinder sind begeistert, dass sie nun die geliebten Spiele aus dem Kindergarten zu Hause spielen können und die Lieder trällern können. „Manchmal weiß man ja gar nicht, welche Lieder sie im Kindergarten lernen oder welche Spiele sie spielen. Die Kinder erzählen zwar davon, aber können es natürlich noch nicht so gut erklären.“